Der Markt für Generative Engine Optimization ist wenige Jahre alt. Entsprechend groß ist die Spannbreite zwischen Anbietern mit belegbarer Erfahrung und solchen, die bestehende SEO-Leistungen neu beschriftet haben. Die Selbstbeschreibungen unterscheiden sich dabei kaum – die Antworten auf konkrete Fragen sehr wohl.

Zu Vorgehen und Messung

1. Wie messen Sie Sichtbarkeit in generativen Systemen?

Die wichtigste Frage. Es gibt keine offizielle Kennzahl wie Impressionen in der Search Console. Wer misst, tut das über eigene Abfragen gegen die Systeme, über Werkzeuge Dritter oder über Serverprotokolle. Alle drei Wege sind vertretbar. Was nicht vertretbar ist: eine Zahl ohne erklärte Herkunft.

2. Wie gehen Sie mit der Schwankungsbreite um?

Dieselbe Frage an dasselbe System liefert an zwei Tagen unterschiedliche Antworten. Eine Agentur, die das nicht von sich aus anspricht, hat entweder nicht selbst gemessen oder verschweigt es. Sinnvolle Antworten enthalten Begriffe wie Wiederholungsmessung, Zeitreihe oder Abfragevariation.

3. Was genau tun Sie in den ersten drei Monaten?

Konkret oder allgemein – daran lässt sich viel ablesen. Brauchbar sind Antworten wie: Bestandsaufnahme der Auffindbarkeit, Prüfung und Aufbau strukturierter Daten, Überarbeitung zentraler Seiten auf Zitierfähigkeit, Crawler-Konfiguration, Aufbau einer Messstrecke. Unbrauchbar sind Antworten, in denen „ganzheitlich" und „AI-First" vorkommen.

4. Worin unterscheidet sich Ihre GEO-Arbeit von Ihrer SEO-Arbeit?

Eine Agentur, die GEO ernst nimmt, kann das benennen. Kommt als Antwort im Kern „das Gleiche, nur moderner", ist die Sache geklärt.

Zu Belegen und Erfahrung

5. Zeigen Sie mir eine Arbeitsprobe.

Nicht ein Logo-Raster, sondern eine konkrete Seite, an der gearbeitet wurde, mit der Erläuterung, was verändert wurde und warum.

6. Wie ist Ihre eigene Website aufgestellt?

Die ehrlichste Arbeitsprobe. Wer generative Sichtbarkeit verkauft, sollte auf der eigenen Seite strukturierte Daten, benannte Autorschaft, gepflegte Datumsangaben und eine saubere Crawler-Konfiguration haben. Das lässt sich in wenigen Minuten selbst prüfen – Quelltext ansehen, robots.txt aufrufen, Markup validieren.

7. Was ist bei Ihnen schon einmal nicht aufgegangen?

Eine unbequeme Frage mit hohem Aussagewert. Wer seit zwei Jahren in einem sich schnell verändernden Feld arbeitet und keinen Fehlschlag berichten kann, hat entweder wenig gearbeitet oder erzählt es nicht.

Zu Zusagen und Zusammenarbeit

8. Welche Ergebnisse sagen Sie zu?

Hier fällt die Entscheidung. Garantierte Nennungen in ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews kann niemand einlösen – es existiert kein Mechanismus dafür. Wer das zusagt, verkauft etwas, das er nicht liefern kann. Seriöse Zusagen betreffen Leistungen und Zeiträume, nicht Ergebnisse in fremden Systemen.

9. Was dokumentieren Sie schriftlich?

Wichtig für den Fall eines Anbieterwechsels. Ohne Dokumentation der vorgenommenen Änderungen beginnt der nächste Dienstleister bei null.

10. Wer arbeitet konkret an meinem Projekt?

Im Verkaufsgespräch sitzt oft nicht, wer später umsetzt. Die Frage nach den Personen und ihrer Erfahrung ist legitim und wird von seriösen Anbietern ohne Umschweife beantwortet.

Drei Warnsignale

  • Garantien auf Nennungen in KI-Antworten. Technisch nicht einlösbar.
  • Kennzahlen ohne Messmethode. „Wir haben die AI-Sichtbarkeit um 300 Prozent gesteigert" ist ohne Angabe der Ausgangslage und des Verfahrens keine Information.
  • Zeitdruck im Verkaufsgespräch. Ein junges Feld mit unklarer Datenlage ist der schlechtestmögliche Anlass für eine schnelle Unterschrift.

Und dann?

Eine Agentur, die alle zehn Fragen konkret beantwortet, ist damit nicht automatisch die richtige – aber sie hat sich mit dem Feld ernsthaft befasst. Das ist in einem Markt dieses Alters bereits ein belastbares Unterscheidungsmerkmal.

Eine Übersicht über Anbieter im deutschsprachigen Raum findet sich im Agenturverzeichnis sowie in der redaktionellen Top-10-Liste, deren Bewertungskriterien dort offengelegt sind.