Strukturierte Daten sind der unspektakulärste Teil generativer Sichtbarkeit und einer der wirksamsten. Sie leisten etwas, das kein noch so guter Text leistet: Sie sagen einer Maschine ohne Interpretationsspielraum, wer der Autor ist, wann etwas veröffentlicht wurde, welche Organisation dahintersteht und in welchem Verhältnis diese Dinge zueinander stehen.
Warum das für generative Systeme zählt
Ein Antwortsystem muss entscheiden, welchen Quellen es folgt. Dafür braucht es Anhaltspunkte zu Urheberschaft, Aktualität und Zuständigkeit. Diese Angaben lassen sich aus dem Fließtext ableiten – fehlerbehaftet. Oder sie stehen explizit da.
Strukturierte Daten machen aus einer Interpretationsaufgabe eine Ableseaufgabe. Sie erzeugen keinen Vertrauensvorschuss, aber sie verhindern, dass vorhandene Belege übersehen werden.
Der Kernsatz
Organization
Wer betreibt die Seite? Name, URL, Logo, Kontaktdaten, Zugehörigkeiten. Über sameAs lassen sich Profile auf anderen Plattformen verknüpfen, was der Auflösung der Entität hilft.
Person und Autorschaft
Der am häufigsten ausgelassene und einer der wichtigsten Typen. Ein Beitrag ohne benannten Autor ist schwerer einzuordnen als einer mit. Relevant sind Name, URL, Tätigkeitsbezeichnung, Zugehörigkeit und über knowsAbout die Fachgebiete.
BreadcrumbList
Macht die Position im Seitenbaum explizit. Wenig spektakulär, aber hilfreich für die Einordnung eines Dokuments innerhalb einer Website.
FAQPage
Der direkteste Hebel, weil er fertige Frage-Antwort-Paare liefert – genau die Struktur, die ein Antwortsystem sucht. Die Bedingung ist strikt: Die Fragen und Antworten müssen auf der Seite sichtbar sein. Auszeichnungen ohne sichtbare Entsprechung verstoßen gegen die Richtlinien und können zum Verlust von Darstellungsfunktionen führen.
Article und BlogPosting
Für redaktionelle Inhalte. Wichtig sind headline, description, author, publisher, datePublished und dateModified.
Entitäten verknüpfen statt wiederholen
Der häufigste handwerkliche Fehler: Jeder Block wiederholt die vollständigen Angaben zum Autor und zur Organisation. Sauberer ist ein @graph, in dem jede Entität einmal vollständig definiert wird und über eine stabile @id referenziert wird.
{
"@context": "https://schema.org",
"@graph": [
{
"@type": "Organization",
"@id": "https://beispiel.de/#organization",
"name": "Beispiel GmbH"
},
{
"@type": "BlogPosting",
"@id": "https://beispiel.de/blog/x#article",
"publisher": { "@id": "https://beispiel.de/#organization" }
}
]
}
Das Ergebnis ist kürzer, widerspruchsfrei und beschreibt tatsächlich ein Beziehungsgeflecht statt einer Ansammlung isolierter Blöcke.
Fünf Fehler, die die Wirkung aufheben
Auszeichnung ohne sichtbaren Inhalt. FAQPage-Markup zu Fragen, die auf der Seite nirgends stehen. Der klarste Richtlinienverstoß in diesem Bereich.
Erfundene Aktualisierungsdaten. Ein dateModified, das bei jedem Seitenaufruf auf heute springt, ohne dass sich etwas geändert hat. Das Signal entwertet sich selbst.
Widersprüche zwischen Markup und Text. Im Markup steht ein Autor, im Text ein anderer. Ein Widerspruch ist schlechter als eine fehlende Angabe.
Instabile Bezeichner. Wenn sich die @id der Organisation bei jedem Seitentyp ändert, entstehen mehrere Entitäten statt einer.
Nicht validiertes Markup. Ein einzelnes fehlendes Anführungszeichen macht den gesamten Block unbrauchbar. Der Schema-Markup-Validator und der Rich-Results-Test von Google finden das in Sekunden.
Was strukturierte Daten nicht leisten
Sie machen einen dünnen Inhalt nicht zitierfähig. Sie sind eine Übersetzungshilfe für Substanz, die vorhanden sein muss. Wer keine belegten Aussagen hat, gewinnt durch Auszeichnung nichts – er macht das Fehlen nur maschinenlesbar.